Ich hatte mein Leben gut im Griff, meinte ich. Eigentlich lief alles ganz rund. Bis der Tod meines Bruders mich überrumpelt und einfach alles verändert hat. Plötzlich fand ich mich nicht mehr zurecht, in diesem so wunderbar organisierten Leben. Jegliche Kontrolle schien mir entzogen. Ich war hilflos und ich war sprachlos. Viele Menschen um mich herum waren es auch und so wusste ich ganz oft nicht wohin mit meinem Schmerz. Also begann ich zu schreiben und fand darin einen Weg, meiner Sprachlosigkeit Form und auch Ausdruck zu verleihen. Ich versuche, mich zurück ins Leben zu schreiben, so könnte man sagen. Zurück in ein Leben, in dem der Tod dazugehört und die Liebe einfach alles ist. Hin zu einem Leben, in dem Dinge gesagt werden dürfen – immer! – und in dem auch so etwas Großes wie der Tod einen sicheren Platz bekommt.

Jessica Adams, Februar 2020

Nicht der Tod,
es ist
die Liebe.
Die dein Herz in Stücke reißt.

Um sich dann sanft auf deine Wunden
zu legen.
Um dir zu helfen
den Schmerz zu ertragen.

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Ein bisschen Yoga

Ich mag keine Gruppen. Gruppenarbeit, Gruppensport, Gruppenübung, Gruppenalles, ich kann das nicht besonders gut aushalten. Dabei mag ich andere Menschen eigentlich recht gerne. Wenn ein paar Frauen und Männer jedoch zusammenkommen, um gemeinsam eine Sache zu machen, dann spüre ich recht schnell meinen inneren Widerstand.

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Wem glauben?

Vor ein paar Tagen (Anm.: das war 2019) war ich bei einem Festival hier in der Gegend, das sich FAQ nennt. Frequently Asked Questions. Die Frage des Tages lautete „Wem glauben?“. Inmitten der Diskussion bemerkte ich, wie ich abzuschweifen begann. Das mag an der Runde gelegen haben, ehrlich gesagt glaube ich das aber nicht und es ist auch nicht von Bedeutung.

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Es regnet. Und mir ist kalt.

Langsam versuche ich, dem Gefühl in mir Platz zu geben, während ich gleichzeitig weiß, dass ich mir nicht erlauben darf, mich fallenzulassen. Noch nicht. Wenn ich jetzt loslasse, sage ich mir seit Wochen, dann stehe ich nicht wieder auf. Also warte ich.

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Aufrecht und gebrochen
stehe ich
und blicke in eine Welt,
die vorgibt perfekt zu sein.

Jessica Adams
Jessica Adams, Foto © Lukas Hämmerle

Über mich

Hallo, mein Name ist Jessica Adams. Schön, dass du da bist!
Auf meinem Blog möchte ich über Schmerz und Trauer sprechen und persönliche Erfahrungen mit euch teilen. Auch in der Hoffnung, dass sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema irgendwann ändern wird. Denn eines ist klar, der Tod betrifft uns alle.

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